Mein Kind hat ein rosa Schweinchen!

Das ist der Titel einer illustrierten Ratgeberin für Gesellschaft und Familie.

Der Untertitel lautet: LEBEN mit Kindern mit Behinderung

Leben ist zweifach gemeint. Zum einen geht es darum, wie das Zusammenleben aussieht, welche Schwierigkeiten es gibt und was gelingt. Wie Menschen unterstützend oder nicht zusätzlich behindernd umgehen können mit Familien mit Handicaps. Wie ein miteinander Leben in der Gesellschaft gelingen kann.

Zum anderen geht es darum, zu leben, das Leben zu genießen, Freuden, Glück, Lachen zu teilen. Kinder haben ist eine Wonne, nicht nur eine Belastung. Auch Kinder mit Behinderung können eine Wonne sein, uns zum Lachen bringen, neue Einsichten über das Leben schenken oder einfach nur süß sein.

Damit möchte ich auf keinen Fall in das beliebte Horn tuten, dass ich so oft habe lesen müssen, seit ich ein Kind mit Behinderung habe: „Ach, ich wollte nicht ein Kind mit Behinderung, aber jetzt ist es so ein Geschenk, bin ich so glücklich…“ Ihr wisst sicher, was ich meine. Das Leben mit Behinderung egal in welcher Form ist besch… vor allem und nicht zuletzt wegen der Form der Gesellschaft, die wir gerade miteinander leben: Institutionen entmündigen statt zu unterstützen; allein Leistung zählt statt die Person; welche*r den Betrieb aufhält, ist das Problem, nicht der Betrieb; Personen, die nicht weiß, männlich und 25-45 Jahre alt sind, zählen nicht. (Merkt ihr was? Das ist fast die ganze Weltbevölkerung.) Wie komme ich auf die letzte Behauptung? Schaut euch mal die Personengruppen an, die unsere Medikamente testen bzw. für die unsere Medikament hergestellt werden. Bingo :-)))

Beitrag erstellt 27

4 Gedanken zu „Mein Kind hat ein rosa Schweinchen!

  1. Hi,
    ein guter Ansatz, der der Stigmatisierung entgegenwirkt.
    Weiter so! Bin gespannt auf Deine weiteren Beiträge. Hatte seit frühester Jugend mit den Etikettierungen zu kämpfen und meine Handicaps lange geleugnet, um mich nicht als ‚Behinderter‘ zu outen. Keine durfte bspw. von meinen epi – Anfällen wissen, weil ich nicht mit den Folgen der Zuschreibungen leben wollte. Hab immer versucht mich noch mehr anzustrengen, um meine Handicaps zu kompensieren.
    Viele Grüße
    Hak

    1. Hallo Hak,
      ich bin sehr berührt von deinen Worten. Hab herzlichen Dank dafür, sie bereichern mein Leben. Stigmatisierung ist wirklich ein zusätzliches Handicap zu den körperlich/mentalen Einschränkungen, oft sogar das Größere. Es zeigt so sehr, dass wir behindert werden, nicht behindert sind! Ich bewundere deinen Mut, deine epi-Anfälle hier zu benennen. Hoffentlich kannst du so viel zu dir stehen, wie die möchtest, und erfährst auch viel Freude auf diesem Weg.
      Herzliche Grüße
      Martina

  2. Schöner Kommentar 🙂
    Ich kann den Druck gut nach empfinden, für die Gesellschaft gesund oder perfekt wirken zu müssen. Mich erinnert das an Meerschweinchen, die ihrer Gruppe nicht zeigen, dass sie krank sind und ganz normal rumlaufen bis sie umfallen.

    1. Das ist ein sehr schönes und passendes Bild. Schade, dass wir wie Meerschweinchen leben. Herbert Grönemeyer hat in einem Lied so eine Situation besungen, er möchte rausrennen und zeigen: „es geht mir nicht gut“. Vielen Dank für deinen Beitrag.

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