Begegnung mit Charly

Neulich in der Straßenbahn…stieg eine Mutter mit Kinderwagen ein. Das Kind saß und die Mutter stellte den Wagen so, dass das Kind möglichst nicht gesehen wird. Ich saß in der Nähe und wurde natürlich neugierig. Das Kind lautierte und der Mutter war es unangenehm. Ich weiß, wie schwer es in unserer Gesellschaft ist, wenn das eigene Kind lauter ist als sonst die Geräuschkulisse z.B. in der Kirche. Daher versuche ich Eltern immer den Druck zu nehmen und habe die Mutter angesprochen. „Es erzählt“, sagte ich und: „wie alt?“ Die Mutter antwortet „Drei“ und zeigte es auch mit den Fingern. Da wurde ich noch neugieriger und erzählte ihr von meiner Charly. Die Mutter taute gleich auf, drehte den Kinderwagen in meine Richtung und es saß ein Charly drin. Er freute sich und lachte, als ich mit ihm sprach. Die Mutter erzählte, dass er im Sommer in den Kindergarten soll und dass sie Angst davor hätte. Sie fragte, ob meine große Charly zur Schule gehe und ich musste zugeben, dass sie zwar eine Schule hätte, dass der Besuch dort aber nicht einfach sei. Wir sprachen noch über Gesten unterstützte Kommunikation und wie schön es sei, die Kinder lachen zu sehen. Dann musste ich aussteigen und wir haben uns herzlich verabschiedet. Eine echte Begegnung mit Charly über alle Alters- und Kulturgrenzen hinweg.

In leichter Sprache:

Ich bin Straßenbahn gefahren. Eine Mutter und ein Kind im Kinderwagen ist eingestiegen. Das Kind hat im Wagen gesessen. Ich konnte das Kind nicht sehen. Die Mutter hatte den Wagen weggedreht. Das Kind sagte: „Uaaaaau.“ Und sie Mutter wollte das nicht.

Es ist nicht einfach mit Kindern, wenn andere Leute es doof finden. Ich wollte der Mutter helfen. Ich habe gesagt: „Das Kind erzählt. Wie alt ist es?“ „Drei“ hat die Mutter gesagt. Ich war neugierig und habe von meiner großen Tochter Charly erzählt. Die Mutter hat sich gefreut. Sie hat den Kinderwagen umgedreht. Ein kleiner Charly saß darin. Er hat sich gefreut und gelacht. Ich habe mit ihm geredet.

Im Sommer kommt Charly in den Kindergarten. Die Mutter hat Angst davor. Sie fragt, ob meine Tochter Charly zur Schule geht. „Ja und es ist nicht leicht“, habe ich gesagt. „Wir haben mit Charly Gesten zum Sprechen gelernt.“ Das fand die Mutter spannend. Wir Mütter freuen uns, wenn unsere Kinder lachen und sich freuen.

Dann haben wir uns verabschiedet und ich bin aus der Straßenbahn ausgestiegen. Es war sehr schön für mich, Charly getroffen zu haben mit seiner Mutter. Charys Großeltern kamen aus der Türkei.

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